Verbringungskosten und UPE-Aufschläge

Landgericht Halle 1 S 65/18

Die Tricks der Haftpflichtversicherungen bei der Verkehrsunfallabwicklung mit dem Ziel  der Zahlungskürzung und/oder Zahlungsverzögerung werden summieren sich ins Unendliche. Mittlerweile fast Standard ist geworden, mit obskuren Gefälligkeitspartnerfirmen vorgelegte Schadensgutachten willkürlich zu kürzen.

Was diese Scharlatanvereine eigentlich immer ins Visier nehmen, sind Verbringungskosten und UPE-Aufschläge, die gnadenlos gestrichen werden, zumindest bei Abrechnung nach Gutachten.

Dabei sollte der für die Verkehrsunfallabwicklung vom Geschädigten beauftragte Rechtsanwalt grundsätzlich darauf achten, was die örtliche Rechtsprechung zu den abgezogenen Positionen sagt.

So beispielsweise gilt für Verbringungskosten und UPE-Aufschlägen im Zuständigkeitsbereich des Landgerichtes Halle/Saale, dass diese auch bei Abrechnung nach Gutachten zu erstatten sind:

Der von ihr vorgenommene Abzug erstreckt sich neben den mit 5,00 Euro in Ansatz gebrachten Entsorgungskosten auf die einkalkulierten Verbringungskosten in Höhe von 89,25 Euro. Jedenfalls letztere sind von der Beklagten aber zu Unrecht in Abzug gebracht worden und deshalb als erstattungsfähiger Nettoschadensbetrag mit zu berücksichtigen, denn nach der obergerichtlichen Rechtsprechung hat ein Geschädigter auch im Rahmen einer fiktiven Schadensabrechnung Anspruch auf Verbringungskosten in dem von einem Sachverständigen angegebenen Umfang (OLG Düsseldorf, Urteil v. 16.06.2008, Az. 1 U 246107 m.w.N.). Gleiches gilt für etwaige UPE-Aufschläge.

Von mir erstritten, Grundlage ein Gutachten des KFZ-Sachverständigen Raik Lathan in Halle: Landgericht Halle vom 24.04.2018, 1 S 65/18).

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