Verzögerung führt zu Erhöhung des Schmerzensgeldes

Versicherungen auf die Finger gekloppt

Immer wieder und immer mehr verzögern Haftpflicht-Versicherungen nach Verkehrsunfällen Zahlungen, obwohl der Haftungsgrund feststeht und – wenn überhaupt – höchstens über die Höhe gestritten wird, so dass zumindest unstreitige Beträge gezahlt werden könnten.

Zumindest  bei Schmerzensgeldzahlungen und deutlichen Verzögerungen kann das zur Erhöhung der Ansprüche führen, so jedenfalls das Urteil des OLG Dresden vom 28.04.2017, Aktenzeichen: 6 U 1780/16, DAR 2017, 463.

Bei der Bemessung des Schmerzensgeldes berücksichtigte das Oberlandesgericht Dresden anspruchserhöhend das grundlos zögerliches Regulierungsverhalten der eintrittspflichtigen Versicherung, die erst nach ihrer erstinstanzlichen Verurteilung und damit fast vier Jahre nach dem Unfall eine Abschlagszahlung von 5.000 Euro leistete, obwohl eine Haftung dem Grunde nach auf der Hand lag und allenfalls ein Mitverschulden des Geschädigten in Betracht kam.

Und nicht vergessen: Nicht zum Schadenschnelldienst der Versicherung des Unfallverursachers, sondern einen Gutachter beauftragen, im Bereich halle/Leipzig des KFZ-Sachverständigen Raik Lathan.

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